Mittwoch, 4. Dezember 2013

Rezension zu Teufelspoker von Eva Reichl

Quelle: Sutton Verlag


Heute stelle ich euch den Krimi „Teufelspoker“ von Eva Reichl vor. Die Finanzkrise hat auch Linz erreicht. Alexander Wallner hat seinen Job beim Bauriesen BAGAÖS verloren, die Bank stellt die Kredite fällig und er bringt es nicht übers Herz, seiner hochschwangeren Frau die Wahrheit zu sagen. Das Mitgefühl von Freunden und Bekannten kann ihn nur kurz aus seiner Verzweiflung reißen.
Als er zufällig erfährt, dass die Konzernspitze der BAGAÖS zwar massenweise Leute entlassen hat, gleichzeitig aber Rekordgewinne und riesige Boni feiert, rastet Wallner aus und greift zur Waffe, vor den Augen eines Kamerateams vom Stadtfernsehen.
Chefinspektor Neuhorn ist ja einiges gewohnt, aber dass ihm himmlische Botschafter den Weg zum Tatort weisen wollen, ist ihm neu. Unversehens steht er im Zentrum eines dramatischen Ringens um das Leben von zehn Menschen – während sich höhere Mächte am Pokertisch vergnügen.

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist ein Krimi der anderen Art. Er ist nicht wie ein klassischer Krimi geschrieben, wo zuerst die Leiche kommt und dann ermittelt wird. Nein hier erfahren wir alles über Alexander Wallner und wie es ihm nach dem Verlust seines Jobs in einer großen Baufirma geht. Er ist das Opfer der Wirtschaftskrise und der „gut bezahlen“ Manager, die sich nur um die Maximierung der Gewinne scheren und nicht mal darüber nachdenken, in welche Situationen sie ihre Arbeiter durch Kündigungen bringen. Da Alexanders Frau mit dem dritten Kind schwanger ist bringt er es nicht übers Herz ihr von dem Jobverlust zu erzählen. Irgendwann weiß er nicht mehr ein und aus, er kauft sich ein Gewehr und nimmt die Vorstandsmitglieder der Baufirma als Geiseln.
Zwar bringt so eine Geiselnahme dem Täter nicht viel aber die Öffentlichkeit wird auf die Missstände in den Firmen aufmerksam. Mich hat das Buch sehr nachdenklich gemacht, denn besonders in dem Bezirk wo ich lebe stehen in einem großen Konzern 600 Kündigungen an, damit der Konzern seinen Gewinn erhöhen kann. Manchmal habe ich das Gefühl, dass unsere Wirtschaft bald den Bach runtergeht. Ich fand den Schreibstil von Frau Reichel sehr spannend und flüssig. Mich hat das Thema fasziniert und die Geiselnahme wurde von Minute zu Minute spannender. Ich habe mit Alexander mitgefiebert und gehofft, dass alles unblutig ausgeht.
Die Szenen im Himmel waren für mich eines der Highlights im Buch. Der Kampf zwischen Gott und Teufel war einmalig. Ich habe bei der Pokerrunde natürlich zu Gott geholfen, denn der Teufel darf doch nicht die Weltherrschaft übernehmen. Das geht gar nicht. Dass Gott zuerst Poker spielen lernen musste fand ich echt lustig. Mit hat gefallen, dass in dem Krimi immer wieder ein wenig Humor eingeflossen ist und somit wurde auch das etwas trockenere aber sehr interessante Thema der Finanzkrise aufgelockert.

Ich kann nur sagen, dass ich spannende und kurzweilige Lesestunden mit dem Buch hatte. Von mir gibt es für den Krimi 5 Sterne.


288 Seiten, Maße: 125 x 196 mm, Broschur, ISBN: 978-3-95400-266-5, 1. Auflage 01.10.2013

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